Behandlungsschwerpunkte

Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), komplexe Traumafolgestörungen

Inhalt:

Was unter einem Trauma zu verstehen ist

Ein Trauma ist ein kurz oder lang anhaltendes Ereignis von außergewöhnlicher Bedrohung mit katastrophalem Ausmaß das nahezu bei jedem tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde. Es kann real oder potentiell mit einer Todesbedrohung einhergehen und die körperliche Unversehrtheit bedrohen und überfordert die individuellen Schutz- und Bewältigungsmechanismen. Nahezu jeder Mensch würde in derselben Situation tiefe Verzweiflung, Grauen, Hilflosigkeit oder starke Angst empfinden. Sowohl ein direkt Betroffener als auch ein Zeuge von Katastrophen oder Gewalteinwirkungen kann in der Folge Störungen der Psyche erleiden.

Traumatische Erlebnisse können z. B. Erleben von körperlicher und sexualisierter Gewalt, auch in der Kindheit (sogenannter sexueller Missbrauch), Vergewaltigung, gewalttätige Angriffe auf die eigene Person, Entführung, Geiselnahme, Terroranschlag, Krieg, Kriegsgefangenschaft, politische Haft, Folterung, Gefangenschaft in einem Konzentrationslager, Natur- oder durch Menschen verursachte Katastrophen, Unfälle oder die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit sein.

Wann eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) vorliegt

Nach einem schwerwiegenden Ereignis beginnt das Gehirn natürlicherweise, das Erlebte zu verarbeiten. Es strebt danach, das Geschehene als hinter sich liegend zu erkennen, wertet und sortiert die Erinnerungen, sucht Abstand und legt sie schließlich als Erfahrung ab. In einer traumatisierenden Situation kann die Überflutung mit nicht fassbaren Ereignissen so überwältigend sein, dass die Heilungsprozesse versagen und sich typische Symptome einstellen. Häufig geschieht dies nicht sofort nach dem Trauma sondern, um einige Wochen bis ein halbes Jahr verzögert. Dauern die Beschwerden dann länger als vier Wochen an, handelt es sich um eine posttraumatische Belastungsstörung, die einer qualifizierten Behandlung bedarf, um eine Chronifizierung zu verhindern. Nur etwa 30 Prozent aller Traumatisierten gelingt eine eigenständige Erholung innerhalb eines Jahres.

Die Posttraumatische Belastungsstörung ist durch folgende typische Symptome gekennzeichnete:

Symptom Wiedererleben (Intrusion)

In Nachhall-Erinnerungen, auch Flashbacks genannt, erleben etliche Leidtragende die Ereignisse immer wieder neu. So realistisch, als geschähe alles vor dem inneren Auge erneut. Schmerzen, Angst, Erniedrigung, Ekel und andere unerträgliche Gefühle werden nochmals empfunden. Äußere Auslöser (Trigger) stoßen das Wiedererleben in der Regel an. Manche Betroffene durchleben diese ungewollten Erinnerungen in Form von wiederkehrenden Albträumen.

Die überwiegend unzusammenhängenden Erinnerungsfetzen helfen dem Gehirn jedoch nicht weiter bei der Verarbeitung und rufen nur Qual und Hilflosigkeit hervor.

Symptom Vermeidung

Alles, was an die schmerzliche Situation erinnern und einen Flashback auslösen könnte, wird fortan bewusst oder unbewußt gemieden. Selbst Gedanken daran sind nicht auszuhalten, geschweige denn darüber zu sprechen. Diese Verdrängung lähmt letztlich die gesamte Gefühlswelt, viele beschreiben sich selbst als betäubt. Nicht selten schränken sich Erkrankte so sehr in ihrem Alltag ein, dass sie kaum noch außer Haus gehen und soziale Kontakte einstellen.

Symptom Übererregung

Obwohl objektiv in Sicherheit, verbleibt der gesamte Organismus in beständiger Alarmbereitschaft, die Nerven liegen gewissermaßen bloß. Dies äußert sich in Nervosität, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit, verminderter Konzentrationsfähigkeit und Schlafstörungen. Übererregung als Dauerzustand ist aufreibend und kräftezehrend, der Umgang mit Menschen anstrengend und Alltagsaufgaben fallen schwer.

Mehrfache oder andauernde Traumatisierung: komplexe Traumafolgestörung

Menschen, die wiederholt oder über lange Zeiträume und besonders in frühen Entwicklungsphasen Traumata erlebt haben, tragen meist besonders schwere Folgen davon. Die Folgen zeigen sich in festen unverrückbaren  Denkmustern, im Verhalten, im Gefühl und auf körperlicher Ebene. Oft liegen gravierende Persönlichkeitsveränderungen vor. Typische Folgen können sein, dass die Umwelt als feindlich wahrgenommen wird, sich die Menschen daher sozial isolieren, sich  von anderen entfremden, niemandem vertrauen können. Depressionen  mit dem Gefühl  innerer Leere, Sinn- und Hoffnungslosigkeit sowie anhaltende Anspannung können auftreten.

Symptome einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung

Oft  können komplex traumatisierte Menschen mit Stress  nur unzureichend umgehen, da sie ohnehin in dauernder Übererregung sind. Um schwierige Situationen trotzdem auszuhalten, dissoziieren sie in der Form, dass sie geistig nicht mehr anwesend sind. Die Betroffenen  beschreiben danach ein Gefühl, wie neben sich zu stehen und teilnahmslos distanziert zu sein. Mitunter fehlen ihnen auch Teile der Erinnerungen. Aus fachlicher Sicht ist die Dissoziation ein Schutzmechanismus, um frühe traumatisierende Erlebnisse zu überstehen, der sich bei einigen im späteren Erwachsenenalter verselbständigt und eintritt, sobald Stress oder Angst empfunden wird.

Komplex traumatisierte Menschen haben häufig Körpersymptome meist in Form von Schmerzen, die in allen möglichen Körperregionen auftreten können. Sie leiden außerdem oft unter Schlafstörungen und extremer Erschöpfung.

In der Habichtswald Privat-Klinik begleiten Sie erfahrene TraumatherapeutInnen im Rahmen der ressourcenorientierten stabilisierenden Traumatherapie. Eine Verarbeitung und Integration der traumatischen Erfahrung soll möglichst schonend ermöglicht werden Dabei nutzen wir zur Traumaintegration wissenschaftlich überprüfte Spezialverfahren, wie EMDR (Eye-Movement-Desensitization-Reprocessing), Screentechnik (Bildschirmtechnik) oder Somatic Experiencing.

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