Behandlungsschwerpunkte

Depression

Inhalt

 

Deprimiert ist jeder Mensch dann und wann. Ein gelegentliches Stimmungstief mit Trauer, Unlust, Niedergeschlagenheit oder Erschöpfung gehört zum normalen Leben. Eine Depression jedoch ist eine schwerwiegende psychische Störung mit zahlreichen Auswirkungen, die sich über mindestens zwei Wochen hinzieht, teils wesentlich länger andauert und in der Regel nicht von selbst wieder vergeht. Charakteristisch ist, dass sich die niederdrückende Stimmung durch keine Ablenkung kurzfristig erhellen lässt.

Häufigkeit und Verteilung

Eine Depression ereilt in Deutschland jeden Fünften im Laufe seines Lebens, sei es nach einem schweren Verlust, Misserfolg oder auch ganz ohne offensichtlichen Auslöser. Sie gehört in den hoch entwickelten Industrieländern zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Zwischen vier und fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Depression, die leider allzu häufig nicht erkannt und noch  seltener adäquat  behandelt wird: Nur etwa jeder Zehnte wird aus fachärztlicher Sicht  angemessen therapiert. Die Statistik belegt eine im Verhältnis zu Männern doppelt so hohe Erkrankungsrate  von Frauen und eine Häufung im mittleren Lebensalter.

Dauer und Verlaufsformen

Eine depressive Episode dauert im Mittel vier bis sechs Monate an und bleibt für über die Hälfte aller Erkrankten nicht die einzige im Leben. Sollten depressive Episoden wiederholt (rezidivierend) auftreten, ist eine nachhaltig wirksame Behandlung dringend notwendig. Sollte sich die depressive Erkrankung länger hinziehen, sprechen wir von einer chronifizierten Depression.

In weiteren Verlaufsformen können sich Betroffene nach einer depressiven Phase nicht wieder vollständig erholen oder erfahren Wechsel von Tiefs und Hochs in Form einer sog.  bipolaren Störung. Wieder andere leben in einer konstant  getrübten Stimmung (Dysthymie) ohne ausgeprägte Extreme.

Vielschichtiges Krankheitsbild

Der Symptomenkomplex umfasst unterschiedlich starke Einschränkungen in den Bereichen Fühlen, Denken, Verhalten und Körper. Typischerweise treten Krankheitszeichen in bestimmter Kombination auf, variieren jedoch bei jedem Erkrankten individuell. Das Bild ist insgesamt kompliziert mit teils fließenden Übergängen zu weiteren psychischen Krankheiten wie Angststörungen (etwa 80 Prozent) oder Psychosen (Wahnvorstellungen).

Medizinisch-diagnostisch unterscheiden Fachärzte drei Hauptsymptome und mehrere Nebensymptome. Weitere Krankheitszeichen können hinzutreten. Je nach Ausprägung unterteilt ein ärztlicher Therapeut die Erkrankung in drei Schweregrade. Zu mindestens zwei Hauptsymptomen müssen sich zwei oder mehr weitere Zusatzsymptome hinzugesellen. So unterteilt man in leichte, mittelschwere oder schwere Depression.

Die drei Hauptsymptome

  • Depressive Stimmung: Betroffene sind zutiefst niedergeschlagen, ihre Stimmung ist durchgehend gedrückt. Manche beschreiben ihre Gemütslage mit Schwermut, quälendem Kummer oder untröstlicher Traurigkeit. Auch Nuancen von allgemeinem Unbehagen, Sorge oder Hilflosigkeit, manchmal auch Gereiztheit und Übellaunigkeit können Anzeichen des inneren Zustands sein.
  • Freudlosigkeit und Interessenverlust: Die Fähigkeit zur emotionalen Reaktion auf die Umgebung ist stark eingeschränkt. Depressive bezeichnen sich oft als innerlich abgestumpft, leer oder zu keinem Gefühl mehr fähig. Was bisher Freude machte oder Hobby war, weckt keinerlei Interesse mehr. Erkrankte nehmen sich selbst als gänzlich teilnahmslos wahr und können nichts dagegen tun. Geselligkeit schwindet und es droht Vereinsamung.
  • Antriebsmangel und Ermüdbarkeit: Selbst die alltägliche Routine wird zur Last, was zuvor keinerlei Schwierigkeiten bereitet hatte. Lust- und Energielosigkeit, fehlende Motivation, mangelnde Entscheidungskraft und beeinträchtigte oder aufgehobene Initiative machen sich breit. Jedes sich Überwinden kostet zudem übermäßig viel Kraft und führt zu rascher Erschöpfung.

Sieben Nebensymptome

  • Reduzierte Konzentration und Aufmerksamkeit: Die Arbeitseffizienz lässt merklich nach. Überforderung, Gedächtnislücken, Kreativitätsverlust und Zerfahrenheit nehmen zu.
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen: Depressive Menschen trauen sich oft wenig zu, die eigenen Fähigkeiten werden unterbewertet und angezweifelt, sie empfinden ihre Person als nutz- und wertlos.
  • Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle: Manche plagt eine vermeintliche Eigenverantwortung für ihre Krankheit als persönliches Versagen.
  • Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven: Zuversicht und positive Grundeinstellung sind einem tiefen Pessimismus und Misstrauen gewichen. Negative Denkmuster herrschen vor.
  • Suizidgedanken oder -handlungen: Die große Gefahr, sich wegen eines starken Gefühls der Angst und Sinnlosigkeit selbst etwas anzutun, wird häufig nur durch einen Antriebsmangel gemindert.
  • Schlafstörungen: Änderungen im Biorhythmus äußern sich in Ein- und Durchschlafstörungen, zu frühem Aufwachen und / oder übermäßigem Schlafbedürfnis.
  • Appetitmangel mit Gewichtsabnahme bis hin zur Appetitlosigkeit, denn nichts schmeckt mehr.

Körperliche Krankheitszeichen können eine zugrunde liegende Depression überlagern und die Diagnostik erschweren

Nicht selten zeigt sich die innere seelisch ausgelöste Anspannung vordergründig in Form von Muskelverspannungen als Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen. Wir sprechen auch von „Hartnäckigkeit“, die dauerhaft zu Schmerzen führen kann. Auch Herzbeschwerden können z. B. in Form von Rhythmusstörungen oder Druckgefühl im Brustkorb körperlicher Ausdruck einer depressiven Erkrankung sein. So sagt der Volksmund, dass wir uns „das Herz schwermachen“, wenn uns etwas bedrückt. Die durch die Depression ausgelöste  verminderte Aktivität und ein verändertes Essverhalten können  eine reduzierte körperliche Belastbarkeit und auch Verdauungsstörungen zur Folge haben. Und: Physische Missempfindungen jeder Art werden in der Depression noch verstärkt, was die Aufdeckung eines umgekehrten ursächlichen Zusammenhangs bisweilen erschwert.

Grundsätzlich sollten körperliche Symptome abgeklärt und somatische Ursachen ausgeschlossen werden, bevor sie der Depression zugeschrieben werden.

Die Behandlung in der Habichtswald-Klinik

Grundlegend wichtig im Sinne der ganzheitlichen Behandlung ist uns die Herstellung und Erhaltung einer die Heilung fördernden, respektvollen, achtsamen und entspannten Atmosphäre. Dies drückt sich auf allen Ebenen aus, von der Gestaltung der Räumlichkeiten bis hin zum mitmenschlichen Kontakt.

Die Behandlung erfolgt in einem fachärztlich geleiteten, langjährig erfahrenen, multiprofessionellen Team aus ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen, Körper- und KunsttherapeutInnen mit unterschiedlichen fachlichen Schwerpunkten und Krankenschwestern/Pflegern.  Der Schwerpunkt sind die Gruppentherapie, die unterschiedliche Therapieverfahren auf tiefenpsychologisch fundierter oder verhaltenstherapeutischer Basis kombiniert und dabei systemische, humanistische  und übende Elemente integriert. Standardisierte psychologische Testverfahren bei Aufnahme ergänzen die biographische Anamnese und überprüfen den Therapieverlauf am Ende des Aufenthaltes.

Therapieziele

Entsprechend der Trias der Manifestationsebenen können Behandlungsziele auf kognitiver, emotionaler und somatischer Ebene definiert werden.

Behandlungsziele auf kognitiver Ebene

Die Kompetenz der PatientInnen und ihr Wissen über die Hintergründe ihrer Symptomatik soll gestärkt werden. Hierbei legen wir besonderen Wert auf individuelle Erkenntnis über Symptom verstärkendes und Symptom verbesserndes Verhalten und Denken. Informationen über ressourcenorientiertes Basisverhalten, über Wege aus der Hilflosigkeit in die Handlungsfähigkeit und Aktivität werden erarbeitet.

Ziele auf emotionaler Ebene

Verbesserung der Selbstannahme und Akzeptanz (über Entwicklung eines psychodynamischen Selbst- und Symptomverständnisses), Sensibilisierung für und Wiederentdeckung von konstruktiven eigenen Impulsen, Wiedererlangung emotionaler Schwingungsfähigkeit, Reduzierung von selbstblockierenden Gefühlslagen und somit Entwicklung von Verständnis für psychodynamische Zusammenhänge und biographische Zusammenhänge. Die Wiedererlangung emotionaler Schwingungsfähigkeit im Kontakt mit sich selbst und Anderen und Wiederfinden oder Neuentdecken von emotionalen Ressourcen und positiver Zukunftsperspektive sollen entwickelt werden.

Ziele im somatischen Bereich

Verbesserung der körperlichen Ausdauer, Wiederentdeckung der Freude an Bewegung durch ein   individuell angepasstes, regelmäßiges körperliches Training. Dadurch Steigerung des Selbstwertgefühls und des Zutrauens und Vertrauens in den eigenen  Körper. Außerdem Verbesserung  der körperlichen Belastbarkeit und der Abwehrlage, Reduzierung von Schlafstörungen und anderen körperlichen Symptomen.

 

Seit vielen Jahren behandeln  wir mit unserem ganzheitlichen multimodalen Therapiekonzept Patientinnen und Patienten mit depressiven Störungen sehr erfolgreich. Dabei hat sich unser Therapiekonzept im Laufe der Jahre auch fließend gewandelt, entsprechend einmal unserer zunehmenden Erfahrung mit dem, was Patientinnen als hilfreich, sinnvoll und heilsam erlebt und uns rückgemeldet haben, zum anderen angeregt durch neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse und Versorgungsleitlinien.

Darüber hinaus:

Wenn sich die inneren Energiespeicher wie ausgebrannt anfühlen, kein Abschalten mehr möglich ist und nur noch völlige Erschöpfung vorherrscht, sind dies womöglich Alarmzeichen für ein Burnout-Syndrom. Betroffene haben über eine längere Zeit ihre emotionalen, geistigen und körperlichen Kraftreserven verausgabt – aus verschiedenen Gründen. Andauernder Stress, Überforderung und Überlastung können zu einem charakteristischen Burnout-Symptomenkomplex und im weiteren Verlauf zu Erkrankungen wie Depression führen.

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